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Digitale Sprachassistenten – Die besseren Influencer?

Influencer können als Zeichen der Zeit ein starkes Werkzeug im modernen Marketing sein. Auch „persönliche virtuelle Assistenten die Sprechen können“ (= digitale Sprachassistenten), sind solche Influencer. Digitale Sprachassistenten erreichen eine große Zielgruppe und die Empfehlungen die ein digitaler Sprachassistent auf dem direktesten und emotionalsten Kommunikationskanal des Menschen demselben gibt (=Smart Voice: Stimme/Gehör), haben gewaltigen Einfluss auf dessen Entscheidungen und Verhalten (=Punkt der Erfüllung).

Digitale Sprachassistenten platzieren sich im Gegensatz zu menschlichen Influencern über alle Themen hinweg und bieten damit alleine schon einen Vorteil gegenüber der biologisch gestalteten Komponente an. Ebenso sind es „programmierbare Maschinen“ womit jegliche menschliche problematische Verhaltensweise wie z.B. Zickigkeit, entfällt. Die Grenzen zur Nutzung des digitalen Sprachassistenten als Influencer wird lediglich durch die entsprechenden Systemprovider, der Technik selbst und natürlich dem Kommunikationskanal Stimme/Gehör gesetzt. Wobei der Kommunikationskanal selbst, durch Multimodalität in den meisten Anwendungsfälle eh breiter gemacht werden kann und auch sollte.

Während das Marketing im Bezug zu digitalen Sprachassistenten noch über den auditiven Klang einer Marke nachdenkt oder über die Machbarkeit von Voice Search, haben die Smart Voice Systeme ihren Siegeszug schon längst in Millionen von Wohnzimmern angetreten und Sprechen oft mehrmals am Tag mit ihren Nutzern. Diese Systeme werden langsam aber stetig Smarter und nehmen damit auch stetig mehr Einfluss auf ihre Nutzer. Aus der Sprachsteuerung wird zunehmend schneller, die schon beim Start der Systeme definierte „persönliche virtuelle Assistenz die Sprechen kann“. Ein persönlicher Assistent ist nicht nur Erlediger und Berater, sondern auch Torwächter/Gatekeeper für seinen Nutzer und hat damit vermutlich mehr Einfluss auf den Nutzer als jeglicher menschlicher Influencer. Ein These die es noch zu beweisen gilt!

Während menschliche Influencer nur zu bestimmten Zeitpunkten über den Abrufzeitpunkt des Nutzers ihren Einfluss geltet machen können, stehen digitale Sprachassistenten 24/7 zu Diensten und liefern dabei sogar einen Rückkanal (Dialog) der direkter und emotionaler nicht sein könnte. Daher ist die These das ein digitaler Sprachassistent der bessere Influencer ist, vielleicht weniger abwegig als gedacht!?

Natürlich stellt sich die Frage wo der digitale Sprachassistent anfängt und wo er aufhört. Ein Assistent der seinem Nutzer Empfehlungen gibt die mehr im Interesse einer Marke als des Nutzers sind, dürfte sein Vertrauen beim Nutzer recht schnell verspielt haben und das dann auf Ewig (=Emotionalität). Doch auch genau diese Emotionalität bietet dem Marketing die Möglichkeit so nah am „richtigen“ Nutzer zu sein wie noch nie zuvor.


Google-Update BERT bringt den digitalen Sprachassistenten den Durchbruch

Obwohl digitale Sprachassistenten schon länger als der „heiße Shit“ in aller Ohren sind, bewegen sich die Unternehmen doch mehr als langsam bis gar nicht in Richtung Smart Voice. Außer einigen meist eher unbeholfenen Voice App Entwicklungen, ist trotz großen Interesses auf der Seite der Unternehmen, nicht wirklich viel passiert. Klar, bisher haben sich digitale Sprachassistenten nicht schmerzlich auf andere Marktsegmente ausgewirkt und diese unter Druck gesetzt. Ebenso kann der Markt aktuell mit nur wenigen, in Smart Voice erfahrenen Entwicklern und Designern, die Unternehmen bedienen. Mit dem kommenden Google-Update BERT ändert sich der Entwicklungsdruck auf die Unternehmen und Marken jedoch massiv, auch ohne in die Glaskugel schauen zu müssen.

Während die Smart Voice Branche, durch die großen von Amazon angetrieben Anfangserfolge sich selbst feiert und Googles Entwicklungen der Suchmaschine in Verbindung zu Google Assistant und Sprechbarkeit weitestgehend ignorierte, ignorierte das Marketing (mit Ausnahmen) ebenfalls recht erfolgreich die Entwicklungen in Smart Voice. Die typisch deutsche Innovationszurückhaltung war mal wieder das Gebot. Eine Mischung aus Angst, Überheblichkeit und Dummheit die nun zum Glück in Innovation und Aktion umschlagen muss und wird.

Der Gamechanger heißt nun mal wieder „Disruption“. Genau dies löst das Google Update BERT durch den Anspruch auf das „eine optimalste sprechbare Ergebnis“ (Punkt der Erfüllung / Position Zero) von Inhalten und Prozessen aus und wird die Rankings der Suchmaschine neu sortieren. Das setzt die Unternehmen entsprechend in Richtung „Sprechbarkeit“ unter Druck und ist damit das auslösende Element um den Markt der digitalen Sprachassistenten für die Unternehmen zu öffnen. Der Zaunpfahl könnte nicht größer sein den Google in den letzten 2 Jahren in Richtung Sprechbarkeit und persönliche virtuelle Assistenz mit Google Assistant geschwungen hat, dennoch blieben viele Schuster bei ihren Leisten. Das geht nun nicht mehr ohne Verluste hinzunehmen. Ich sag mal „Juhu!“ und meine es dabei absolut und durchaus mehr als Positiv 😉 Natürlich bleibt die Frage offen wann BERT auch Europa und Deutschland erreichen wird.

Der Kern der Innovation wird und muss dabei der Kern der natürlich gesprochenen Sprache sein, die „Absichten“ (Intents). Aus der Analyse von Text, wird nun die Analyse des situativen emotionalen Kanals der Stimme und des Gehörs. Nicht zu verwechseln mit den bereits bekannten formalen Intents (Informational, Navigational, Transactional, Commercial) der SEO Welt, welches keine menschlichen Intents der natürlich gesprochenen Sprache sind.

Die Effekte und Wirkungen von BERT sind noch nicht absehbar, werden aber mit grade zu tödlicher Sicherheit so nah der Stimme/dem Gehör liegen wie noch nie und für den Smart Voice Kanal und damit für alle digitale Sprachassistenten die grundlegendste Informationsquelle überhaupt. Da dürfte es Amazon dem erst kürzlich aufgesetzten Motivationsprogramm für Nutzer zum sammeln von Fragen und Antworten, mehr als schwer haben.

Die „Sprechbarkeitsmachung“ von Inhalten und Prozessen wie z.B. der Customer Journey steht spätestens mit dem Ausrollen von BERT im Raum. Zum Glück übt Google mit seinen Entwicklungen einen entsprechend großen Entwicklungsdruck bei den Unternehmen aus um Sprechbarkeit nun auch wirklich überall im Markt ankommen zu lassen. Eine Druck den die Smart Voice Branche selbst bisher nicht ausüben konnte, natürlich auch weil sie schlicht kaum bis keine wirklichen Lösungen anbieten konnte und wie bereits erwähnt, sich Smart Voice bisher auch kaum disruptiv auswirkte.
Danke Google!